Du willst wissen, wie viele Frames pro Sekunde dein Spiel wirklich liefert? Ob dein neuer Gaming-PC die versprochene Performance bringt oder wo genau die Bildrate einbricht? Dann brauchst du eine FPS-Anzeige. Windows und diverse Tools bieten dir mehrere Möglichkeiten, deine Framerate direkt im Spiel zu überwachen – ohne teure zusätzliche Software.
In diesem Guide zeigen wir dir alle Methoden, von der integrierten Xbox Game Bar über NVIDIA/AMD-Tools bis hin zu Drittanbieter-Lösungen. Egal ob du gerade deinen PC aufgerüstet hast oder einfach die Performance deines Systems testen willst – hier erfährst du alles Wichtige.
Das Wichtigste in Kürze
- Xbox Game Bar: In Windows 10/11 integriert, schnell aktivierbar über Win+G, zeigt FPS ohne zusätzliche Software
- NVIDIA GeForce Experience: Bietet FPS-Counter und detaillierte Performance-Statistiken für alle Spiele
- AMD Software: Radeon-Nutzer bekommen ein ähnliches Overlay mit FPS-Anzeige und weiteren Metriken
- Steam: Eingebauter FPS-Counter für alle Steam-Spiele, einfach in den Einstellungen aktivierbar
- Drittanbieter-Tools: MSI Afterburner, RivaTuner und FRAPS bieten erweiterte Monitoring-Funktionen
Xbox Game Bar: Die einfachste Methode für Windows-Nutzer
Die Xbox Game Bar ist in Windows 10 und 11 bereits vorinstalliert und bietet eine schnelle Lösung, um deine FPS anzuzeigen – ohne dass du zusätzliche Software installieren musst.
Aktivierung der Xbox Game Bar
Drücke einfach Win + G während du in einem Spiel bist. Es öffnet sich ein Overlay mit verschiedenen Widgets. Falls die Game Bar nicht erscheint, musst du sie erst in den Windows-Einstellungen aktivieren:
- Öffne die Windows-Einstellungen (Win + I)
- Gehe zu Gaming
- Wähle Xbox Game Bar
- Aktiviere den Schalter „Xbox Game Bar für Dinge wie Spielclips aufzeichnen…“
FPS-Anzeige einrichten
Sobald die Game Bar aktiv ist, siehst du verschiedene Widgets. Das Performance-Widget zeigt dir standardmäßig CPU-, GPU- und RAM-Auslastung. Um die FPS-Anzeige hinzuzufügen:
- Klicke in der Game Bar auf das Performance-Widget
- Oben rechts im Widget findest du ein Pin-Symbol
- Klicke darauf, um das Widget dauerhaft sichtbar zu machen
- Du kannst jetzt die Game Bar mit Win + G wieder schließen – das FPS-Widget bleibt sichtbar
Die Anzeige ist relativ schlicht gehalten, aber für die meisten Zwecke völlig ausreichend. Du siehst nicht nur deine aktuellen FPS, sondern auch CPU- und GPU-Auslastung in Prozent. Das ist besonders praktisch, wenn du herausfinden willst, ob deine Grafikkarte oder dein Prozessor der Flaschenhals ist.
NVIDIA GeForce Experience: Für GeForce-Kartenbesitzer
Wenn du eine NVIDIA-Grafikkarte besitzt – egal ob aktuelle Generation oder eine ältere GTX-Serie – hast du mit GeForce Experience ein mächtiges Tool zur Verfügung.
FPS-Counter aktivieren
- Öffne GeForce Experience (sollte mit deinen GPU-Treibern installiert sein)
- Klicke oben rechts auf das Zahnrad-Symbol (Einstellungen)
- Wähle den Reiter Allgemein
- Scrolle runter zu In-Game-Overlay
- Aktiviere das Overlay (Standardtastenkombination: Alt + Z)
Jetzt im Spiel:
- Drücke Alt + Z um das Overlay zu öffnen
- Klicke auf Einstellungen (Zahnrad-Symbol)
- Wähle HUD-Layout
- Klicke auf FPS-Zähler
- Wähle die Position auf dem Bildschirm (oben links, oben rechts, etc.)
Der NVIDIA-Counter ist schlank und unauffällig. Er zeigt dir konstant die aktuelle Framerate an, ohne viel Platz einzunehmen. Besonders praktisch: Die Anzeige funktioniert in allen Spielen, nicht nur den über GeForce Experience optimierten.
Erweiterte Performance-Metriken
NVIDIA bietet noch mehr: Wenn du detailliertere Infos willst, kannst du im HUD-Layout auch Performance aktivieren. Das zeigt dir zusätzlich:
- GPU-Temperatur
- GPU- und CPU-Auslastung
- Arbeitsspeicher-Nutzung
- Frametime-Graphen
Diese Daten sind Gold wert, wenn du deinen PC optimieren willst. Hohe GPU-Temperaturen? Zeit für besseren Airflow im PC oder eine Wasserkühlung. Konstant 100% GPU-Last? Dann ist deine Grafikkarte der Flaschenhals, nicht der Prozessor.
AMD Software: Die Lösung für Radeon-Nutzer
AMD-Nutzer bekommen ein ähnlich leistungsstarkes Tool mit der AMD Software (früher Radeon Software genannt). Besonders wenn du eine AMD Radeon RX 9070 XT oder eine andere Radeon-Karte hast, ist das deine erste Anlaufstelle.
Performance-Overlay einrichten
- Öffne die AMD Software über das System-Tray oder Desktop-Icon
- Klicke oben rechts auf Einstellungen (Zahnrad)
- Wähle Allgemein
- Aktiviere In-Game-Overlay
- Standardtastenkombination ist Alt + R
Im Spiel:
- Drücke Alt + R für das Overlay
- Wähle Performance und dann Metriken
- Aktiviere Metriken-Overlay
- Wähle aus, welche Informationen du sehen willst (FPS, GPU-Temp, etc.)
- Positioniere das Overlay nach deinen Wünschen
AMD bietet hier eine sehr flexible Lösung. Du kannst exakt auswählen, welche Metriken du sehen willst, und das Overlay ist anpassbar in Größe, Transparenz und Position. Für Enthusiasten, die beim PC leise machen auch die Lüftergeschwindigkeit im Blick behalten wollen, ein echter Gewinn.
Steam FPS-Counter: Perfekt für Steam-Gamer
Wenn du hauptsächlich über Steam spielst, brauchst du eigentlich gar keine zusätzliche Software. Steam hat einen eingebauten FPS-Counter, der einfach funktioniert und null Performance kostet.
Aktivierung in drei Schritten
- Öffne Steam
- Gehe zu Einstellungen (oder Steam → Einstellungen auf dem Mac)
- Wähle im linken Menü Im Spiel
- Bei FPS-Anzeige im Spiel wählst du eine Position (oben links, oben rechts, etc.)
- Optional: Aktiviere Hoher Kontrast für Farbe für bessere Lesbarkeit
Das war’s. Der Counter erscheint jetzt in allen Steam-Spielen automatisch. Er ist minimalistisch – zeigt nur die reine Zahl – aber genau das macht ihn so unauffällig. Perfekt, wenn du nicht von Dutzenden Statistiken abgelenkt werden willst.
Der Steam-Counter ist besonders zuverlässig und funktioniert auch in Vollbild-Modi problemlos. Kleiner Nachteil: Er zeigt nur FPS, keine weiteren Hardware-Infos. Wenn du mehr Details brauchst, musst du zu anderen Lösungen greifen.
MSI Afterburner & RivaTuner: Die Profi-Lösung
MSI Afterburner in Kombination mit RivaTuner Statistics Server (RTSS) gilt unter Enthusiasten als der Goldstandard für Hardware-Monitoring. Das Tool ist kostenlos, funktioniert mit allen Grafikkarten (nicht nur MSI) und bietet unglaublich detaillierte Einblicke.
Installation und Einrichtung
- Lade MSI Afterburner von der offiziellen MSI-Website herunter
- Installiere es – RivaTuner wird automatisch mit installiert
- Öffne MSI Afterburner
- Klicke auf Settings (Zahnrad-Symbol)
- Wechsle zum Tab Monitoring
Hier wird’s interessant: Du kannst praktisch JEDEN Wert deines Systems überwachen:
- FPS (natürlich)
- GPU-Temperatur, Takt, Auslastung, VRAM-Nutzung
- CPU-Temperatur, Takt, Auslastung pro Kern
- RAM-Nutzung
- Frametime (wichtig für Undervolting-Experimente)
- Lüftergeschwindigkeiten
On-Screen Display konfigurieren
Für jeden Wert, den du im Spiel sehen willst:
- Setze einen Haken bei dem gewünschten Wert
- Klicke unten auf Show in On-Screen Display
- Du kannst die Reihenfolge per Drag & Drop ändern
- Über die RTSS-Einstellungen passt du Position, Farbe und Größe an
MSI Afterburner ist besonders wertvoll, wenn du am PC individuell zusammenstellen arbeitest und die Performance jeder Komponente genau im Blick behalten willst. Du kannst damit auch Spikes identifizieren, Spulenfiepen mit hohen GPU-Lasten korrelieren oder die Wirkung von Einstellungsänderungen in Echtzeit sehen.
Performance-Probleme identifizieren mit FPS-Anzeigen
Eine FPS-Anzeige ist nicht nur Spielerei – sie hilft dir, echte Performance-Probleme zu erkennen und zu lösen.
Bottleneck erkennen
Wenn deine FPS niedrig sind, schau dir die GPU- und CPU-Auslastung an:
- GPU bei 99-100%, CPU bei 50-70%: Deine Grafikkarte limitiert. Senke die Grafikeinstellungen oder upgrade die GPU.
- CPU bei 95-100%, GPU unter 80%: Dein Prozessor ist der Flaschenhals. Bei Games wie Counter-Strike 2 oder Apex Legends normal.
- Beide unter 90%: Möglicherweise ein Software-Limit (V-Sync, FPS-Cap) oder andere Probleme.
Frametime-Analyse
Die reine FPS-Zahl sagt nicht alles. Ein Spiel kann durchschnittlich 60 FPS liefern, sich aber trotzdem ruckelig anfühlen. Das liegt an inkonsistenten Frametimes. Tools wie MSI Afterburner zeigen dir einen Frametime-Graphen:
- Gleichmäßige Linie: Perfekt, butterweiche Performance
- Viele Spikes: Stottern, trotz guter Durchschnitts-FPS
Solche Infos sind unbezahlbar, besonders wenn du einen Leistungstest am PC durchführst oder nach einem Upgrade prüfst, ob alles optimal läuft.
FPS-Caps und V-Sync verstehen
Manchmal begrenzt du deine FPS absichtlich – etwa durch V-Sync oder ein manuelles FPS-Cap. Das macht Sinn, wenn:
- Dein Monitor nur 60Hz oder 144Hz unterstützt (mehr FPS bringen dann optisch nichts)
- Du Screen Tearing vermeiden willst
- Du Energie sparen und die GPU-Temperatur senken willst
Mit einer FPS-Anzeige siehst du sofort, ob dein Cap greift. Viele Gamer setzen das Limit etwa 3-5 FPS unter ihre Monitor-Refreshrate, um optimale Smoothness mit G-Sync/FreeSync zu erreichen.
Spezielle Tipps für Streamer und Content Creator
Wenn du streamst oder Videos aufnimmst, ist die FPS-Überwachung doppelt wichtig. Du musst nicht nur die Game-FPS im Blick haben, sondern auch die Encoding-Performance.
Dual-PC-Setup
Bei einem Streaming-Rechner oder Encoding-PC Setup überwachst du beide Systeme getrennt. Auf dem Gaming-PC: Game-FPS. Auf dem Streaming-PC: Encoding-FPS und dropped Frames in OBS.
OBS-Stats einblenden
OBS Studio hat eigene Statistiken, die du einblenden kannst. Sie zeigen dir, ob dein Stream droppen frames hat – unabhängig von deiner Game-Performance. Kombiniere das mit einer Game-FPS-Anzeige für den kompletten Überblick.
Bei sMARTgamINg findest du übrigens auch speziell konfigurierte Streaming-PCs, die genug Power für Gaming UND Encoding haben – dann brauchst du kein Dual-PC-Setup.
Häufig gestellte Fragen
Reduziert eine FPS-Anzeige meine Performance?
Minimal, aber in der Praxis nicht spürbar. Die Xbox Game Bar und GPU-eigene Overlays kosten typischerweise 0-2 FPS. Selbst MSI Afterburner mit vollem Monitoring liegt meist unter 3-5 FPS Verlust. Der Nutzen überwiegt deutlich.
Warum zeigen verschiedene Tools unterschiedliche FPS-Werte an?
Die Tools messen leicht unterschiedlich und zu verschiedenen Zeitpunkten. Unterschiede von 1-3 FPS sind normal. Solange die Tendenz stimmt, ist das kein Problem. Nutze am besten immer dasselbe Tool für Vergleiche.
Wie viele FPS brauche ich wirklich?
Das hängt vom Spiel und deinem Monitor ab. Für Story-Games reichen 60 FPS. Für kompetitive Shooter wie Fortnite oder Counter-Strike 2 sind 144+ FPS ideal. Dein Monitor muss die Hertz-Zahl natürlich unterstützen.
Kann ich die FPS-Anzeige auch für Benchmarks nutzen?
Ja, aber für präzise Benchmarks gibt’s bessere Tools wie 3DMark oder Unigine. Die eingebauten FPS-Counter reichen für Quick-Checks, aber für wissenschaftlich verwertbare Daten brauchst du dedizierte Benchmark-Software mit 1%- und 0.1%-Low-Analysen.
Was bedeutet es, wenn meine FPS stark schwanken?
Schwankende FPS deuten auf inkonsistente Performance hin. Mögliche Ursachen: Hintergrundprozesse, Thermal Throttling bei hohen Temperaturen, VRAM-Überlastung oder CPU-Bottlenecks in bestimmten Szenen. Check mal deine Temperaturen und schließe unnötige Programme.



